aktuelle Ausstellung

 NEW YORK RHYTHM

New York Rhythm

Erika Anna Schumacher Roland Hagenberg Fotografie Eröffnung 9.12 / 19 h9.12.22-26.2.23

Fotografien von Roland Hagenberg

In den 1980er Jahren porträtierte der Fotograf und Autor Roland Hagenberg mit seiner Kamera die Künstlerwelt New Yorks. Dort begegnete er Andy Warhol, Keith Haring, Jenny Holzer, Jeff Koons, Francesco Clemente und viele anderen. Niemandem aber kam er so nah wie Jean-Michel Basquiat, den er im Sommer 1983 in dessen Atelier in der Crosby Street in Soho fotografierte. Basquiat scheint in diesen Aufnahmen ganz bei sich zu sein, so als nehme er die Kamera nicht wahr — konzentriert, nachdenklich, melancholisch, ins Malen versunken. Wenige Jahre später starb er im Alter von 28 Jahren.
 Roland Hagenbergs eindrückliche Porträts haben unser Bild von Basquiat, dem Künstler, wesentlich geprägt. Seine Aufnahmen sind weltweit in vielen Monographien ebenso wie in Katalogen und renommierten Kunstmagazinen abgedruckt worden und waren in zahlreichen Ausstellungen zu sehen, unter anderm in der großen Basquiat-Retrospektive im Londoner Barbican, der Frankfurter Schirn, im Mori Museum Tokyo und derzeit im Museum of Modern Art Montreal.

Roland Hagenberg, geb. 1955 in Österreich, ist Fotograf, Schriftsteller und Filmemacher. Nach einer Ausbildung als Pfleger in der Psychiatrie begann er zu schreiben und für zahlreiche deutsche Publikationen zu fotografieren. In den 1970er Jahren gründete er die Literaturzeitschrift „Die Klinge“. Er verließ Wien 1979 und zog nach Berlin, wo er vier Jahre blieb. Das geteilte Berlin inspirierte Roland Hagenberg dazu, das Leben und die Künstlerszene um ihn herum zu dokumentieren. 
In den frühen 1980er Jahren kam er nach New York, wo er einen damals 23-jährigen Künstler kennenlernte, der bereits ein Star in der Kunstwelt war — Jean-Michel Basquiat. In dessen Studio in der Crosby Street entstand eine Fotoserie von Basquiat bei der Arbeit, wohl die einzige, die den Künstler beim Malen zeigt. Darüber hinaus porträtierte Roland Hagenberg in New York Künstlerinnen und Künstler wie Jenny Holzer, Louise Bourgeois, Annie Leibovitz, Andy Warhol, Robert Mapplethorpe, Julian Schnabel und Francesco Clemente und arbeitete an Buchprojekten mit mittlerweile legendären Künstlern wie Karel Appel, Martin Kippenberger und Keith Haring. 
Vor zwanzig Jahren verschlug es Roland Hagenberg nach Japan, wo sein Interesse an zeitgenössischer Architektur entstand und wo er inzwischen lebt. Seit 2010 arbeitet er mit japanischen Architekten — darunter die Pritzker-Preisträger Kazuyo Sejima, Ryue Nishizawa und Toyo Ito — zusammen, um in Raiding, dem Geburtsort des österreichischen Komponisten Franz Liszt, experimentelle Kleinsthäuser zu schaffen. Für sein „Storkhouse“ (entworfen von Terunobu Fujimori) wurde Roland Hagenberg 2014 mit dem Österreichischen Tourismus-Innovationspreis ausgezeichnet. Für das Freiland Museum „STOA 169“ in Polling bei München gestaltete er eine 4-Meter hohe Säule zusammen mit dem japanischen Künstler Makoto Azuma. Eine Neuinszenierung seines Theaterstücks „Jetlag“ (Uraufführung im Rationaltheater München 2018) ist für 2023 in Basel geplant. Der ständige Wechsel zwischen Wort und Bild, Print- und Filmmedien steht im Mittelpunkt von Roland Hagenbergs Arbeit.

Erika Anna Schumacher Photography

 

„In New York spürte ich sofort diesen Rhythmus. Das Rattern der Subway, das Raster der Straßen, die Fassaden der Hochhäuser, wie die Menschen sich durch die Stadt bewegen, die rhythmischen Beats der Musik überall. Daraus entstehen diese vielschichtigen Bilder, die den Rhythmus aufnehmen und als Ganzes eine dynamische Bewegung im Gleichgewicht finden. Eine Hommage an Piet Mondrians ‚Broadway Boogy Woogy‘, übertragen ins 21. Jahrhundert, in eine Welt der Pixel und QR-Codes, der Informationsflut und multimedialen Erfahrungen. Von weitem ist es ein interessantes Muster. Wenn man näher kommt entdeckt man die Details. Das ist New York, vielfältig, dynamisch, voller Energie.“ 

Erika Anna Schumacher 2022

Erika Anna Schumacher ist Fotografin und international agierende Künstlerin aus Düsseldorf. Ihre Arbeiten befinden sich in privaten Sammlungen in Deutschland, Frankreich, Norwegen, Singapur und den USA.

Fokus ihrer Arbeit ist das vielfältige Leben in großen Städten und die unsichtbare Schönheit des täglichen Lebens. Das führt sie aus ihrem Atelier hinaus auf die Straßen von Moskau, Paris, Mombasa, Miami und New York. Beeinflusst von der Sinnlichkeit der Malerei und der Szenerie des Films, dokumentiert sie mit der Kamera Bilder der Stadt, die ihre inneren Bilder widerspiegeln.Über Fotografie als direkte Abbildung hinausgehend entwickelt Erika Anna Schumacher mit experimentellen und konzeptionellen Methoden visuelle Metaebenen. Durch digitale wie analoge Bearbeitung des Fotomaterials transformiert sie das Alltägliche und zeigt eine vielschichtige Interpretation der Wirklichkeit. Dies ermöglicht neue Perspektiven auf unsere Gegenwart jenseits konventioneller Denk- und Wahrnehmungsmuster.

Erika Anna Schumacher studierte Fotografie/Malerei und interdisziplinäres Arbeit an der HBK/fadbk in Essen. Sie ist Meisterschülerin von Wolfgang Hambrecht und Bernard Lokai und bestand 2010 ihr Examen mit Auszeichnung. Im Rahmen einer Artist Residency am Multimedia Art Museum Moskau schuf sie mehrere Serien wie „Anonymous Sculptures“, „Real/Surreal“ und „Portrait&Architecture on Susan Sontag“, die in der Abschlussausstellung präsentiert wurden. In Paris entwickelte sie die Serien „Paris Fragments“ und „Paris Bags“. Während mehrerer Aufenthalte in Miami realisierte sie die Fotoprojekte „Miami lost&found“, „Backstreets Miami“ und „Miami Night/Urban Cinema“.

Für die Serie „Miami Night/Urban Cinema“ wurde Sie mit dem internationalen LensCulture Street Photography Award ausgezeichnet. Daraus folgten weitere Veröffentlichungen von preisgekrönten Fotos nach Wettbewerben in „The Washington Post“, im „edge of humanity magazine“, Inoventa Awards MAGAZINE“, „Digital Camera“ und mehr.                                                                   Aus der Ausstellung in New York im Mai 2022 und dem anschließenden Arbeitsaufenthalt entstanden die Ideen und Fotografien für ihre aktuellen Arbeiten „New York Rhythm“.