



Marc von Criegern (*1969 in Stuttgart) arbeitet zwischen Zeichnung und Malerei. Er studierte an der Kunsthochschule Braunschweig, am San Antonio Art Institute in den Vereinigten Staaten sowie an der Kunstakademie Düsseldorf, wo er Meisterschüler von Prof. Fritz Schwegler war. Ergänzend absolvierte er ein Philosophiestudium an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.
Für seine künstlerische Arbeit erhielt er 2000 den Kunstpreis der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie 2002 ein Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg. Er ist Mitglied im Deutschen Künstlerbund, im Kunstverein Malkasten und im VdDK 1884. Seine Werke waren zuletzt in Ausstellungen wie „DIE GROSSE NRW 2025“ im Kunstpalast Düsseldorf, „Und wir fangen gerade erst an“ in der Kunsthalle Düsseldorf (2025), „Wir sind Demokratie“ beim Deutschen Künstlerbund in Berlin (2024) und der Einzelausstellung „Goldener Käfig“ im Jacobihaus des Kunstvereins Malkasten Düsseldorf (2023) zu sehen. Zudem wurden seine Arbeiten im Lehmbruck Museum Duisburg und im Sprengel Museum Hannover präsentiert.
Vorsicht! – Denn jede unbedachte Bewegung könnte das Linien Mikado zum Einsturz bringen. Es ist der Balanceakt zwischen klassischem Konstruktivismus und einer surrealistischen Ikonografie, die Marc von Criegerns Bilder auszeichnet. Und sein skurriles Personal. Angestellte vom Typ Bartleby. Mit ernsthafter Miene gehen sie ihren Verrichtungen nach. Sie stehen inmitten eines Stangenwerks von Flugapparaten. Ziehen an Drähten. Begutachten seltsame Maschinen.
Die denkwürdige Sinnlosigkeit ihres Tuns, das absurde Verharren in scheinbar bedeutsamen Gesten und ihr Agieren in einem aus den perspektivischen Fugen geratenen Bildraum, wo Schatten fallen, wenn sie wollen – dies alles verdichtet von Criegern zu visuellen Metaphern von großer Rätselhaftigkeit.
Viele Bilder kreisen um das Thema Erfindung. Marc von Criegern hat sich mit der Enzyklopädie von Diderot und den darin enthaltenen Illustrationen auseinandergesetzt. Bei genauerer Betrachtung aber führen die scheinbar so schematisch klaren Darstellungen in die Irre. Lösungen sind hier nicht zu erwarten. Eher: Verunsicherung. Dabei stehen die Wissenschaftler, Ingenieure und Zauberkünstler so selbstsicher inmitten der Liniengeflechte ihrer Apparaturen. Wie Spinnen. Sie ziehen an den Fäden und sitzen gefangen im eigenen Netz. Triumph und Verderben. Gemalt in einer eindrucksvollen pittura metafisica des 21.Jahrhunderts.





Cosima Hawemann studierte von 1997 bis 2004 an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Jörg Immendorff, Prof. Helmut Federle und Prof. A. R. Penck, dessen Meisterschülerin sie wurde. In ihren Arbeiten verbindet sie Zeichnung, Malerei und fotografische Elemente zu atmosphärisch verdichteten Bildräumen, die zwischen Erinnerung, Wahrnehmung und Fragment oszillieren. Ihre Werke zeichnen sich durch eine sensible Bildsprache aus, in der sich figürliche Andeutungen, Spiegelungen und narrative Brüche aufeinandertreffen.
In den vergangenen Jahren war Hawemann mit zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen national und international vertreten. Zu ihren jüngsten Einzelausstellungen zählen „Pentimentalreise“ in der Kunstsammlung Neubrandenburg (2024), „Spiegelungen // Reflections“ im Showroom für Fotografie Simone Klein in Köln (2024), „INVERSE EMPIRE“ in der Galerie Coelner Zimmer, in Düsseldorf (2022), „Erstschneenacht“ im Kunstverein KIT in Lippstadt (2021) sowie „Grazile Chimären“ in der Galerie Kaune Contemporary in Köln (2019). Gruppenausstellungen führten sie unter anderem in die Galerie Martin Kudlek in Köln (2025), die Städtische Galerie Breslau in Polen (2025), zu Julia Ritterskamp in Düsseldorf (2025), in das KUMA Art Museum, Seoul sowie das Public Inje Naeseorak Art Museum in Südkorea (2024). Darüber hinaus war sie 2019 in der Kunsthalle Düsseldorf und 2018 in der Foley Gallery in New York vertreten.
2023 erhielt Cosima Hawemann das Heinke-Ursel-Lüttschwager Künstlerbuchstipendium. Zudem war sie unter anderem 2009 Artist in Residence im Künstlerdorf Schöppingen sowie 2000 im Atoll Bedburg-Hau. Von 2009 bis 2012 war Hawemann Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Kunstfonds in Bonn.
Ihre Arbeiten wurden unter anderem in der Kunstsammlung Neubrandenburg, im Museum Kunstpalast, im Museum Morsbroich, in der Kunsthalle Düsseldorf sowie international in Seoul, New York City und Luxembourg präsentiert. Ihre Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland.
„Latente Unruhe und Unbestimmbarkeit: die Arbeiten von Cosima Hawemann lassen Szenarien entstehen, die sich einer visuellen Verlässlichkeit entziehen. Sie zeigen Momente und Situationen, die auf etwas verweisen, das sich nicht gänzlich greifen lässt: Spuren einer Präsenz, die ins Abwesende übergeht.
Die Thematik der Dopplungen greift (…) Hawemann in ihren Werken auf. So sind ihre Bilder von Doppelgängern bevölkert, von Gestalten, die sich als Schatten oder Silhouetten zeigen.
Der mediale Bezug zu Film und Fotografie macht sich (…) auf der technischen bzw. materiellen Ebene der Arbeiten bemerkbar. Die Bilder (…) gehen zumeist auf Found Footage (…) zurück und werden von der Künstlerin unter Verwendung unterschiedlicher Verfahren und Materialienbearbeitet. Insbesondere die Technik des Übermalens führt dazu, dass die Bilder teils ins Abstrakte hinübergleiten. Das Filmisch-Fotografische zeigt sich aber auch im Entstehungsprozess der Bilder, der auf eine dem Siebdruck verwandte Technik zurückgeht und einen Moiré-Effekt erzeugt: optische Interferenzen, die sich aus der Relation zwischen der Fotografie und der Malerei ergeben.
Die Überlagerung wird damit zu einer präsenten Geste in Hawemanns Werken. Doch sind es nicht nur die Material- und Farbschichten, die miteinander interferieren, sondern auch die Ansichten: das Innen und Außen. Der Blick von außen auf die Figuren und Landschaften wird zu einem Wahrnehmungsbild, einer Innenansicht. So erzeugen die Bilder unentwegt Déjà-vus: die das Einsame und teils Unheimliche umspielenden Portraits und Landschaftsbilder erinnern stets an etwas, das unbestimmt bleibt. Damit schreiben sie Szenarien fort, die zur gleichen Zeitbeides vollziehen: Wahrnehmbar-Machen und Entziehen, Manifestieren und Auflösen.“
Auszug aus einem Text von Svetlana Chernyshova