Cosima Hawemann & Marc von Criegern

29.5.-19.7.2026
Cosima Hawemann & Marc von Criegern
Paintings & Objects
Opening Friday, 29.5.2026, 7p.m
Introduction to the exhibition: Melissa Blau

Marc von Criegern (*born 1969 in Stuttgart, Germany) works at the intersection of drawing and painting. He studied at the Braunschweig University of Art, the San Antonio Art Institute in the United States, and the Düsseldorf Art Academy, where he was a master student of Prof. Fritz Schwegler. In addition, he pursued studies in philosophy at Heinrich Heine University Düsseldorf.

For his artistic achievements, he received the Art Prize of the German Cooperative Banks (Deutsche Volksbanken und Raiffeisenbanken) in 2000 and a scholarship from the Baden-Württemberg Art Foundation in 2002. He is a member of the Deutscher Künstlerbund, the Kunstverein Malkasten, and the Association of Düsseldorf Artists (VdDK 1884). His recent exhibitions include DIE GROSSE NRW 2025 at Kunstpalast Düsseldorf, „Und wir fangen gerade erst an“ (en. And We Are Only Just Beginning) at Kunsthalle Düsseldorf (2025), „Wir sind Demokratie“ (en. We Are Democracy) at the Deutscher Künstlerbund in Berlin (2024), and the solo exhibition „Goldener Käfig“ (en. Golden Cage) at the Jacobihaus of Kunstverein Malkasten Düsseldorf (2023). His works have also been presented at the Lehmbruck Museum in Duisburg and the Sprengel Museum in Hanover.

Proceed with caution – for any careless movement might cause this game of line-Mikado to collapse. It is precisely this balancing act between classical Constructivism and Surrealist iconography that defines Marc von Criegern’s paintings, together with their cast of eccentric protagonists. They are employees of the Bartleby kind: with solemn expressions, they go about their mysterious tasks. They stand amidst frameworks of rods and flying contraptions, pull at wires, and inspect strange machines.

The memorable futility of their actions, their absurd persistence in seemingly meaningful gestures, and their activity within pictorial spaces that have slipped free of the rules of perspective—where shadows fall only when they choose to—are condensed by von Criegern into visual metaphors of remarkable enigmatic power.

Many of his works revolve around the theme of invention. Marc von Criegern has engaged deeply with Diderot’s Encyclopédie and its illustrations. Yet, upon closer inspection, these apparently clear and schematic representations prove deceptive. No solutions are to be found here. Rather, one encounters uncertainty. The scientists, engineers, and conjurers stand with complete confidence amidst the intricate networks of their apparatuses. Like spiders, they pull at the threads while remaining trapped within their own webs. Triumph and ruin coexist—rendered in a compelling pittura metafisica for the twenty-first century.

Cosima Hawemann studierte von 1997 bis 2004 an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Jörg Immendorff, Prof. Helmut Federle und Prof. A. R. Penck, dessen Meisterschülerin sie wurde. In ihren Arbeiten verbindet sie Zeichnung, Malerei und fotografische Elemente zu atmosphärisch verdichteten Bildräumen, die zwischen Erinnerung, Wahrnehmung und Fragment oszillieren. Ihre Werke zeichnen sich durch eine sensible Bildsprache aus, in der sich figürliche Andeutungen, Spiegelungen und narrative Brüche aufeinandertreffen.

In den vergangenen Jahren war Hawemann mit zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen national und international vertreten. Zu ihren jüngsten Einzelausstellungen zählen „Pentimentalreise“ in der Kunstsammlung Neubrandenburg (2024), „Spiegelungen // Reflections“ im Showroom für Fotografie Simone Klein in Köln (2024), „INVERSE EMPIRE“ in der Galerie Coelner Zimmer, in Düsseldorf (2022), „Erstschneenacht“ im Kunstverein KIT in Lippstadt (2021) sowie „Grazile Chimären“ in der Galerie Kaune Contemporary in Köln (2019). Gruppenausstellungen führten sie unter anderem in die Galerie Martin Kudlek in Köln (2025), die Städtische Galerie Breslau in Polen (2025), zu Julia Ritterskamp in Düsseldorf (2025), in das KUMA Art Museum, Seoul sowie das Public Inje Naeseorak Art Museum in Südkorea (2024). Darüber hinaus war sie 2019 in der Kunsthalle Düsseldorf und 2018 in der Foley Gallery in New York vertreten.

2023 erhielt Cosima Hawemann das Heinke-Ursel-Lüttschwager Künstlerbuchstipendium. Zudem war sie unter anderem 2009 Artist in Residence im Künstlerdorf Schöppingen sowie 2000 im Atoll Bedburg-Hau. Von 2009 bis 2012 war Hawemann Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Kunstfonds in Bonn.

Ihre Arbeiten wurden unter anderem in der Kunstsammlung Neubrandenburg, im Museum Kunstpalast, im Museum Morsbroich, in der Kunsthalle Düsseldorf sowie international in Seoul, New York City und Luxembourg präsentiert. Ihre Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland.

 

„Latente Unruhe und Unbestimmbarkeit: die Arbeiten von Cosima Hawemann lassen Szenarien entstehen, die sich einer visuellen Verlässlichkeit entziehen. Sie zeigen Momente und Situationen, die auf etwas verweisen, das sich nicht gänzlich greifen lässt: Spuren einer Präsenz, die ins Abwesende übergeht.

Die Thematik der Dopplungen greift (…) Hawemann in ihren Werken auf. So sind ihre Bilder von Doppelgängern bevölkert, von Gestalten, die sich als Schatten oder Silhouetten zeigen.

Der mediale Bezug zu Film und Fotografie macht sich (…) auf der technischen bzw. materiellen Ebene der Arbeiten bemerkbar. Die Bilder (…) gehen zumeist auf Found Footage (…) zurück und werden von der Künstlerin unter Verwendung unterschiedlicher Verfahren und Materialienbearbeitet. Insbesondere die Technik des Übermalens führt dazu, dass die Bilder teils ins Abstrakte hinübergleiten. Das Filmisch-Fotografische zeigt sich aber auch im Entstehungsprozess der Bilder, der auf eine dem Siebdruck verwandte Technik zurückgeht und einen Moiré-Effekt erzeugt: optische Interferenzen, die sich aus der Relation zwischen der Fotografie und der Malerei ergeben.

Die Überlagerung wird damit zu einer präsenten Geste in Hawemanns Werken. Doch sind es nicht nur die Material- und Farbschichten, die miteinander interferieren, sondern auch die Ansichten: das Innen und Außen. Der Blick von außen auf die Figuren und Landschaften wird zu einem Wahrnehmungsbild, einer Innenansicht. So erzeugen die Bilder unentwegt Déjà-vus: die das Einsame und teils Unheimliche umspielenden Portraits und Landschaftsbilder erinnern stets an etwas, das unbestimmt bleibt. Damit schreiben sie Szenarien fort, die zur gleichen Zeitbeides vollziehen: Wahrnehmbar-Machen und Entziehen, Manifestieren und Auflösen.“

Auszug aus einem Text von Svetlana Chernyshova